Hortensie: Pflanzen, Pflege und Verwendung
Hortensien sind ein wahrer Blickfang in jedem Garten. Mit ihren großen, prächtigen Blüten in verschiedenen Farben verzaubern sie von Frühling bis Herbst. Diese vielseitigen Sträucher sind nicht nur wunderschön, sondern auch relativ pflegeleicht. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das Pflanzen, Pflegen und die vielfältige Verwendung von Hortensien.
Arten und Hortensien-Sorten
Hortensien (lat. Hydrangea) gibt es in zahlreichen Arten und Sorten, die sich in Blütenform, Farbe und Wuchshöhe unterscheiden. Zu den bekanntesten gehören die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla), die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) und die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens).
Bauernhortensie (Gartenhortensie):
Sie ist besonders beliebt wegen ihrer großen, kugelförmigen Blüten, die in Weiß, Rosa, Blau oder Violett erstrahlen. Ursprünglich stammt sie aus Japan und wird dort seit Jahrhunderten kultiviert. Gartenhortensien sind je nach Sorte nur bedingt winterhart und benötigen etwas Schutz in kalten Regionen.
Rispenhortensie:
Diese Art wächst als aufrechter Strauch und bildet große, kegelförmige Blütenrispen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu fünf Metern eignet sie sich hervorragend als Ziergehölz. Sie ist robust, frosthart und – anders als viele andere Arten – liebt sonnige Standorte.
Schneeballhortensie (Wald-Hortensie):
Ihre robusten, weißen Blütenbälle verfärben sich im Verlauf der Blütezeit in ein zartes Grün. Der kompakte Strauch kann bis zu drei Meter hoch werden und ist sehr frosthart. Ihr Ursprung liegt in Nordamerika.

Hortensien pflanzen: Richtige Standortwahl & Pflanzzeit
Hortensien bevorzugen halbschattige bis schattige Standorte. Direkte Sonne kann die Blüten verbrennen, während zu viel Schatten das Wachstum hemmt. Der ideale Boden ist humusreich, leicht sauer und gut durchlässig. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Laub hilft, die Feuchtigkeit zu speichern und den pH-Wert stabil zu halten.
Die beste Pflanzzeit für Hortensien ist im Frühjahr nach den letzten Frösten oder im Herbst, damit die Pflanzen ausreichend Zeit zum Anwurzeln haben.
Anleitung zur Pflanzung:
- Boden gut lockern und mit Kompost oder Torf anreichern.
- Pflanzloch ausheben – etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen.
- Pflanze so einsetzen, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschließt.
- Erde auffüllen, leicht andrücken und gründlich angießen.
Hortensien-Pflege: Bewässerung, Düngung und Rückschnitt
Hortensien haben einen hohen Wasserbedarf – besonders während der Blütezeit. Der Boden sollte stets feucht, aber niemals staunass sein. Eine gleichmäßige Bewässerung ist entscheidend, um das Verwelken der Blüten zu vermeiden. Mulch unterstützt die Feuchtigkeitsregulierung und beugt Unkraut vor.
Für die Nährstoffversorgung empfiehlt sich ein spezieller Hortensien- oder Rhododendrondünger. Düngen Sie im Frühjahr und erneut im Sommer, um eine reiche Blütenbildung zu fördern. Übermäßiges Düngen sollte jedoch vermieden werden, da es das Blattwachstum auf Kosten der Blüten steigert.
Der Rückschnitt richtet sich nach der Art:
- Rispenhortensien: Blühen an neuen Trieben – kräftiger Rückschnitt im Spätwinter oder Frühjahr fördert buschiges Wachstum und üppige Blüten.
- Bauernhortensien & Schneeballhortensien: Blühen an den Vorjahrestrieben – daher nur abgestorbene oder schwache Triebe im Frühjahr entfernen.

Hortensien im Winter richtig pflegen
Die meisten Hortensienarten sind winterhart, doch in kalten Regionen benötigen empfindlichere Sorten wie die Bauernhortensie zusätzlichen Schutz. Eine Abdeckung mit Gartenvlies, Laub oder Reisig schützt die Triebe vor Frost.
Auch eine Mulchschicht über dem Wurzelbereich hilft, die Wurzeln zu isolieren. Kübelpflanzen sollten an einen geschützten Platz gestellt oder mit Noppenfolie umwickelt werden, um sie vor Kälte zu bewahren.
Häufige Probleme und Ihre Ursachen
Hortensien sind anfällig für Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Schnecken. Regelmäßige Kontrollen und frühzeitige Behandlung mit natürlichen Mitteln wie Brennnesselsud oder Schmierseifenlösung sind empfehlenswert. Bei Pilzkrankheiten wie Mehltau hilft das Entfernen befallener Blätter sowie das Sprühen eines geeigneten Fungizids.
Ein häufiges Problem ist Wassermangel – Hortensien reagieren empfindlich auf Trockenheit. Zu wenig Wasser kann schnell zu hängenden Blättern und Blüten führen.Auch falsche Düngung kann Blattschäden verursachen, daher immer spezielle Hortensiendünger verwenden.

Hortensien vermehren – einfach und effektiv
Die Vermehrung durch Stecklinge ist die beste Methode. chneiden Sie im Sommer etwa 10 cm lange, nicht blühende Triebe ab, entfernen Sie die unteren Blätter und setzen Sie die Stecklinge in Anzuchterde. Halten Sie die Erde feucht, aber nicht nass, und stellen Sie den Topf an einen hellen, geschützten Ort. Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln.
Alternativ können Sie Hortensien durch Absenker vermehren: Biegen Sie einen Trieb zur Erde, bedecken Sie ihn teilweise mit Erde und fixieren Sie ihn mit einem Stein. Nach einigen Wochen bildet er Wurzeln und kann dann von der Mutterpflanze getrennt werden.
Verwendungsmöglichkeiten von Hortensien
Hortensien sind vielseitig einsetzbar – ob im Beet, als Solitärpflanze, in Kübeln oder als Heckenpflanze. Ihre prachtvollen Blüten bringen Farbe und Struktur in jeden Garten. Auch im Haus sind sie ein dekorativer Blickfang: getrocknete Blüten lassen sich wunderbar in Vasen, Kränzen oder Gestecken verwenden.
Während Hortensien in der Küche weniger Verwendung finden, sind ihre Blüten dennoch essbar und können zum Dekorieren von Kuchen oder Salaten genutzt werden. Hier sollte man darauf achten, dass die Blüten nicht mit Pestiziden behandelt wurden.
Traditionell finden Hortensien auch in der Naturheilkunde Verwendung, insbesondere in Asien. Tee aus Hortensienblättern wird dort eine entgiftende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
Steckbrief: Hortensie
- Name der Pflanze: Hortensie
- Botanischer Name: Hydrangea
- Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
- Herkunft: Ostasien (China, Japan, Korea), Amerika
- Wuchshöhe: 100 bis 200 cm, je nach Sorte
- Blütezeit: Juni bis September
- Blütenfarbe: Weiß, Rosa, Blau, Violett, Rot (Farbe variiert je nach Bodenbeschaffenheit)
- Standort: Halbschattig bis schattig
- Boden: Feucht, humusreich, leicht sauer (pH-Wert kann die Blütenfarbe beeinflussen)
- Pflege: Regelmäßiges Gießen, besonders bei Trockenheit; gelegentliches Schneiden nach der Blüte
- Wasserbedarf: Hoch, insbesondere während der Blütezeit
- Düngung: Spezieller Hortensien- oder Rhododendrondünger im Frühjahr und Sommer
- Winterhärte: Meist winterhart, je nach Sorte bis etwa -15°C, Winterschutz in rauen Lagen empfehlenswert
- Vermehrung: Stecklinge im Sommer, Absenker, Teilung
- Besonderheiten: Die Blütenfarbe kann durch den pH-Wert des Bodens beeinflusst werden (sauer = blau, alkalisch = rosa)
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Veröffentlicht am: 5. August 2025
Die Redaktion des Garten-Onlinemagazins beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Gartenarbeit, Pflanzenpflege und naturnahem Gärtnern. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der verständlichen Vermittlung von Wissen rund um nachhaltige Gartenpraxis, saisonale Bepflanzung und den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Beiträge entstehen auf Basis praktischer Erfahrung, fachlicher Recherche und redaktioneller Aufbereitung. Ob Nutzgarten, Zierpflanzen oder Kompostpflege – Ziel ist es, gärtnerische Themen alltagstauglich, nachvollziehbar und mit Blick auf das Wesentliche darzustellen.