Blattfäule bei Pflanzen: Symptome & Behandlung
Braune Flecken, schwarze Blattränder oder weiche, faulige Stellen auf den Blättern sind ein deutliches Warnsignal. Umgangssprachlich werden solche Schäden häufig als Blattfäule bezeichnet. Dahinter kann tatsächlich eine Pflanzenkrankheit stecken – allerdings ist Blattfäule keine einzelne Krankheit mit nur einem bestimmten Erreger.
Bakterien, Pilze und pilzähnliche Erreger können ähnliche Schäden hervorrufen. Gleichzeitig kommen auch ungünstige Standortbedingungen oder Pflegefehler als Ursache infrage. Deshalb lohnt es sich, die betroffenen Blätter und die gesamte Pflanze genauer anzusehen, bevor Maßnahmen ergriffen werden.
Was ist Blattfäule?
Der Begriff Blattfäule beschreibt zunächst das sichtbare Schadbild: Teile eines Blattes verfärben sich, das Gewebe stirbt ab und kann bei bestimmten Erkrankungen weich oder wässrig werden. Mit fortschreitendem Befall können einzelne Flecken zusammenwachsen und große Teile des Blattes absterben.

Hinter solchen Symptomen können verschiedene Pflanzenkrankheiten stecken. Bei bakteriellen Blattflecken und Blattfäulen spielen beispielsweise Bakterien der Gattungen Xanthomonas und Pseudomonas eine wichtige Rolle. Welche Pflanzen befallen werden und wie die Erkrankung genau aussieht, hängt jedoch vom jeweiligen Erreger ab. Viele Krankheitserreger sind auf bestimmte Wirtspflanzen oder Pflanzengruppen spezialisiert.
Auch Pilzerkrankungen können braune oder schwarze Blattbereiche verursachen. Ein dunkler Fleck auf einem Blatt reicht deshalb nicht aus, um eindeutig eine bakterielle Blattfäule zu diagnostizieren.
Wie sieht Blattfäule aus?
Das Erscheinungsbild unterscheidet sich je nach Pflanze und Ursache. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn zunächst kleine Flecken auftreten und diese innerhalb kurzer Zeit größer werden.
Bei bakteriellen Blattkrankheiten sind unter anderem folgende Symptome möglich:
- zunächst kleine, teilweise wässrig erscheinende Flecken
- braune bis schwarze Verfärbungen
- gelbliche Bereiche oder ein gelber Rand um die Flecken
- durch Blattadern begrenzte, eckige Flecken
- zusammenwachsende Flecken und größere abgestorbene Blattbereiche
- weiches oder eingesunkenes Gewebe
- bei starkem Befall absterbende Blätter
Bakterielle Blattflecken beginnen beispielsweise häufig als kleine dunkelbraune bis schwarze Stellen, die von gelblichem Gewebe umgeben sein können. Bei günstigen Bedingungen können die einzelnen Flecken zusammenwachsen und größere schwarze Bereiche bilden.
Das Schadbild unterscheidet sich allerdings von Pflanzenart zu Pflanzenart. Bei Geranien können beispielsweise zunächst kleine, wässrige Stellen entstehen, die sich später zu braunen, teilweise V-förmigen Läsionen entwickeln. Bei Zinnien sind hingegen kleine, eckige braune bis schwarze Flecken mit gelblichem Rand typisch.
Welche Pflanzen können Blattfäule bekommen?
Blattfäule und Blattfleckenkrankheiten sind nicht auf Zimmerpflanzen beschränkt. Entsprechende Erkrankungen kommen bei zahlreichen Zier-, Garten- und Nutzpflanzen vor.
Betroffen sein können beispielsweise Anthurien (Flamingoblumen) und andere tropische Zimmerpflanzen, Geranien und Zinnien sowie Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Bohnen, Salat oder verschiedene Kürbisgewächse. Auch Gehölze können bakterielle oder pilzliche Blattkrankheiten entwickeln.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Erkrankung automatisch von jeder Pflanzenart auf jede andere übergeht. Hinter ähnlichen Symptomen können unterschiedliche Erreger stehen, von denen viele nur bestimmte Wirtspflanzen befallen.
Eine erkrankte Zimmerpflanze neben einem Topf mit Tomaten bedeutet daher beispielsweise nicht automatisch, dass beide Pflanzen von derselben Krankheit bedroht sind.
Blattfäule oder Pflegefehler?
Nicht jeder schwarze oder braune Fleck auf einem Blatt ist eine Pflanzenkrankheit. Standort- und Pflegeprobleme können teilweise sehr ähnliche Symptome verursachen.
| Schadbild | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Trockene braune Blattspitzen | Trockenheit, Salzbelastung oder Pflegefehler |
| Helle, später braune und trockene Stellen | Sonnenbrand |
| Dunkle Stellen nach starker Abkühlung | Kälteschaden |
| Gelbe oder welke Blätter bei nasser Erde | Staunässe und mögliche Wurzelschäden |
| Kleine braune oder schwarze Flecken | Blattfleckenkrankheit möglich |
| Wässrige, später braune oder schwarze Flecken | bakterielle Erkrankung möglich |
| Flecken mit sichtbarem Pilzbelag | Pilzerkrankung wahrscheinlich |
| Sich schnell vergrößernde, weiche Stellen | Fäulnis beziehungsweise Infektion möglich |
Diese Tabelle kann lediglich eine erste Orientierung geben. Verschiedene Erkrankungen können nahezu identische Symptome hervorrufen.
Bakterielle Blattfäule oder Pilzbefall?
Eine besonders schwierige Frage ist, ob Bakterien oder Pilze für die Schäden verantwortlich sind. Selbst Fachleute können bestimmte Pflanzenkrankheiten nicht immer allein anhand eines Fotos eindeutig bestimmen. Einige Merkmale liefern jedoch Hinweise.
Bakterielle Erkrankungen können zunächst wässrig oder durchscheinend wirkende Flecken hervorrufen. Häufig werden diese später braun oder schwarz. Gelbliche Ränder sind ebenfalls möglich. Bei einigen Pflanzen werden die Flecken durch die Blattadern begrenzt und wirken dadurch eckig.
Pilzliche Blattflecken können dagegen beispielsweise deutlich abgegrenzte Flecken, konzentrische Ringe oder sichtbare Pilzstrukturen zeigen. Das ist jedoch keine allgemeingültige Regel. Auch Pilzerkrankungen können große braune und schwarze Nekrosen verursachen.
Warum entsteht Blattfäule?
Feuchtigkeit spielt bei vielen Blattkrankheiten eine entscheidende Rolle. Wasser auf der Blattoberfläche und eine hohe Luftfeuchtigkeit können die Infektion und Ausbreitung verschiedener Krankheitserreger fördern.
Bakterien können beispielsweise durch Spritzwasser, Bewässerung, Hände oder Gartengeräte von befallenen auf gesunde Pflanzenteile gelangen. Bei manchen Blattfleckenkrankheiten verbreiten sich die Erreger ebenfalls durch Regen oder Bewässerungswasser.
Problematisch sind deshalb vor allem Bedingungen, unter denen die Blätter über längere Zeit feucht bleiben. Dazu gehören beispielsweise dicht stehende Pflanzen mit schlechter Luftzirkulation, häufiges Besprühen der Blätter oder eine Bewässerung von oben. Im Freiland können längere feuchtwarme Wetterperioden die Ausbreitung bestimmter Erkrankungen zusätzlich begünstigen.
Ist Blattfäule ansteckend?
Ist die Blattfäule auf einen Krankheitserreger zurückzuführen, kann eine Übertragung auf andere geeignete Wirtspflanzen möglich sein.
Wie hoch dieses Risiko ist, hängt jedoch vom Erreger ab. Bakterien können unter anderem über Spritzwasser und kontaminierte Werkzeuge verbreitet werden. Auch die Arbeit an nassen Pflanzen kann bei bestimmten Erkrankungen die Weiterverbreitung begünstigen.
Eine auffällige Zimmerpflanze sollte deshalb vorsichtshalber etwas von anderen Pflanzen entfernt werden, bis klarer ist, wodurch die Schäden verursacht werden.
Was tun bei Blattfäule?
Zeigen sich verdächtige Blattstellen, ist schnelles und zugleich überlegtes Handeln sinnvoll.
1. Pflanze zunächst getrennt stellen
Bei Zimmerpflanzen sollte man eine möglicherweise infizierte Pflanze vorübergehend von anderen Pflanzen trennen. Dadurch verringert man das Risiko einer Übertragung, falls tatsächlich eine ansteckende Krankheit vorliegt.
2. Befallene Blätter entfernen
Stark geschädigte oder faulende Blätter sollten entfernt werden. Bei einigen Blattfleckenkrankheiten kann das frühzeitige Entfernen befallener Blätter dazu beitragen, die Menge an Krankheitserregern zu reduzieren und die weitere Ausbreitung zu verlangsamen. Stark befallene Blätter schneidet man mit einem sauberen Werkzeug ab, ohne dabei gesunde Pflanzenteile unnötig zu verletzen.
3. Schere oder Messer reinigen
Bei einer bakteriellen Erkrankung können Schneidwerkzeuge zur Übertragung beitragen. Gerade wenn mehrere Pflanzen nacheinander geschnitten werden, sollte das Werkzeug deshalb sorgfältig gereinigt beziehungsweise desinfiziert werden.
4. Blätter möglichst trocken halten
Empfindliche Pflanzen möglichst direkt an der Erde gießen und vermeiden, das Laub ständig nass zu machen. Bei anfälligen Pflanzen im Garten können bodennahe Bewässerung und ausreichender Pflanzabstand helfen, die Blätter schneller abtrocknen zu lassen. Bei Zimmerpflanzen sollte man auf regelmäßiges Besprühen verzichten, wenn bereits der Verdacht auf eine bakterielle Blattkrankheit besteht.
5. Standort überprüfen
Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob tatsächlich eine Infektionskrankheit als Ursache infrage kommt. Steht Wasser im Übertopf? Ist die Erde dauerhaft nass? Berühren die Blätter eine kalte Fensterscheibe? Bekommt die Pflanze plötzlich intensive Mittagssonne? Solche Faktoren können Schäden verursachen oder eine bereits geschwächte Pflanze zusätzlich belasten.
6. Entwicklung beobachten
Bei einem verdächtigen Blatt kann der Rand eines Flecks markiert oder die Entwicklung regelmäßig fotografisch dokumentiert werden. Dadurch lässt sich erkennen, ob sich die geschädigte Stelle innerhalb weniger Tage deutlich vergrößert oder ob es sich um einen alten, nicht weiter fortschreitenden Schaden handelt. Entstehen trotz verbesserter Bedingungen immer wieder neue Flecken, spricht dies eher dafür, dass ein fortbestehendes Problem vorliegt.
Helfen Pflanzenschutzmittel gegen Blattfäule?
Ein klassisches Fungizid hilft nicht automatisch gegen eine bakterielle Erkrankung, da Bakterien keine Pilze sind. Die University of Minnesota weist beispielsweise darauf hin, dass die meisten Fungizide bakterielle Krankheitserreger nicht kontrollieren.
Auch kupferhaltige Präparate sind kein universelles Heilmittel. Bei verschiedenen bakteriellen Erkrankungen sind Resistenzen gegen Kupfer bekannt. Zudem bedeutet die grundsätzliche Wirksamkeit eines Wirkstoffs nicht automatisch, dass ein entsprechendes Mittel für die jeweilige Pflanzenart und Anwendung zugelassen ist.
Wer ein Pflanzenschutzmittel einsetzen möchte, sollte deshalb zunächst möglichst genau klären, um welche Erkrankung es sich handelt, und ausschließlich ein für die jeweilige Anwendung zugelassenes Mittel entsprechend der Gebrauchsanweisung verwenden.
Hausmittel wie Zimt, Backpulver oder verschiedene selbst gemischte Spritzlösungen sind ebenfalls kein zuverlässiger Ersatz für eine Diagnose und geeignete Kulturmaßnahmen.
Kann sich eine Pflanze von Blattfäule erholen?
Das hängt davon ab, wie stark die Pflanze betroffen ist und wodurch die Schäden verursacht werden. Ein bereits abgestorbener brauner oder schwarzer Blattbereich wird nicht wieder grün. Entscheidend ist vielmehr, ob die Pflanze nach dem Entfernen stark geschädigter Blätter gesund weiterwächst.
Bleiben Wurzeln, Stängel beziehungsweise Stamm und Wachstumspunkte gesund und entstehen keine neuen Flecken, kann sich eine Pflanze durchaus erholen.
Breitet sich die Erkrankung dagegen trotz aller Maßnahmen weiter aus, werden auch neue Blätter befallen oder zeigen Stängel und Triebe bereits Fäulnissymptome, kann es sinnvoll sein, eine stark erkrankte Pflanze zu entsorgen, um andere Pflanzen zu schützen.
Blattfäule vorbeugen
Viele Maßnahmen gegen Blattfäule setzen nicht erst bei einer Erkrankung an. Gute Kulturbedingungen erschweren zahlreichen Krankheitserregern die Ausbreitung.
Besonders wichtig sind eine an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasste Bewässerung und die Vermeidung von Staunässe. Blätter sollten nach Regen oder Bewässerung möglichst schnell wieder abtrocknen können.
Bei dicht stehenden Gartenpflanzen verbessert ein ausreichender Abstand die Luftzirkulation. Zimmerpflanzen sollten ebenfalls nicht dauerhaft so eng stehen, dass zwischen den Blättern kaum Luftbewegung möglich ist.
Außerdem empfiehlt es sich, nur gesunde Pflanzen zu kaufen und neue Pflanzen zunächst aufmerksam zu beobachten. Schneidwerkzeuge sollten sauber gehalten werden, insbesondere wenn damit mehrere Pflanzen bearbeitet werden.
Häufige Fragen zur Blattfäule
Muss man Blätter mit Blattfäule abschneiden?
Warum bekommt meine Pflanze schwarze Flecken auf den Blättern?
Sind braune Flecken auf Blättern immer Blattfäule?
Kann Blattfäule auf andere Pflanzen übergehen?
Sollte man Pflanzen mit Blattfäule mit Wasser besprühen?
Ist Blattfäule ein Pilz?
Bei Blattfäule zählt das gesamte Schadbild
Braune oder schwarze Flecken auf Blättern sind zunächst ein Hinweis darauf, dass Pflanzengewebe geschädigt wurde. Besonders wässrige, weiche oder sich schnell vergrößernde Flecken können auf eine Blattfäule oder Blattfleckenkrankheit hindeuten.
Eine eindeutige Diagnose ist allein anhand der Farbe jedoch selten möglich. Deshalb sollten zunächst die Pflegebedingungen und der Standort überprüft, verdächtige Pflanzen beobachtet und stark geschädigte Pflanzenteile entfernt werden. Saubere Werkzeuge, möglichst trockene Blätter und eine gute Luftzirkulation können außerdem dazu beitragen, die Ausbreitung vieler Blattkrankheiten zu begrenzen.
